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Fünf Fragen an Reiseblogger Marco Grund, Absolvent 2014 am Studienort Heidelberg

Nach dem Abschluss an der IBA haben Sie sich einen Traum verwirklicht und waren sieben Monate in Südamerika unterwegs. Allerdings war das ja kein Urlaub, sondern viel mehr. Erzählen Sie uns bitte von Ihrer Motivation.

Ursprünglich war es schon als ein typischer Backpacker-Urlaub geplant. Ich habe bereits während der Abi-Zeit für mich entschieden, dass ich raus will, um was von der Welt sehen. Da ich nach dem Abi jedoch direkt bei der IBA in Heidelberg mit meinem Studium und gleichzeitig beim Karlsruher SC im Marketing anfangen konnte, musste meine Reise noch drei weitere Jahre warten. Der Vorteil war, dass ich in dieser Zeit einen ganz anderen Blick für die Sache bekommen habe. Mein Ziel, zu der Zeit als Boxer in der deutschen Nationalmannschaft, war es, mich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Hier musste ich mir leider während dem Studium eingestehen, dass es sportlich nicht reichen wird.

Ich hatte trotzdem das Thema Olympia für mich persönlich nicht abgehakt und mir fest vorgenommen, dass ich definitiv nach Rio gehen, im Olympiapark stehen und ein Teil von Olympia sein werde. Als ich „TEAM Rio Metropolregion Rhein-Neckar“ von meinem Plan erzählt habe, fanden sie das super, und so haben wir dann spontan entschieden, darüber zu bloggen. Letztendlich saß ich mit meinem Rucksack inklusive Laptop und Kamera im Flieger und habe ab dem Zeitpunkt auf meinem Blog www.anotherwaytorio.de über meine kompletten Reiseerlebnisse berichtet.

Welches Wissen aus Studium oder speziell aus der Fachrichtung Sportmanagement hat Ihnen vor Ort bei den Recherchen und Interviews weitergeholfen?

Ganz ehrlich, ich wurde bzw. ich habe mich selbst ja ziemlich ins kalte Wasser geschmissen, da ich davor keinen blassen Schimmer vom Bloggen hatte. Ich hatte ja nicht Sportjournalismus oder Online-Marketing studiert. Ich habe mir zwei Blogs davor intensiv durchgelesen, um zu schauen, wie das alles überhaupt geht. Lustigerweise traf ich Carina von www.travelrunplay.de nach zweimonatiger Reise in Chile. Von ihr habe ich mir sehr viel abgeschaut. Als wir uns unterhielten, habe ich gemerkt, dass ich durch die Erfahrung, die ich bis dahin gesammelt habe, gar nicht so weit von der ganzen Thematik weg bin. Ein klassisches „Learning by Doing“ eben.

Aus der Sicht des Sportmanagers allerdings habe ich mich oft an die Vorlesungen zurückerinnert. Dadurch konnte ich das Sportangebot in Südamerika auch noch von einer anderen Seite betrachten, um letztendlich darüber zu berichten. So war es für mich auch leichter, die Extreme, die es vor allem in der Sportförderung gibt, zu analysieren und mit dem deutschen Sportsystem zu vergleichen.

Wer hat das Vorhaben eigentlich unterstützt, finanziell und mit Taten?

Wie gesagt, hatte ich mich mit TEAM Rio von Anfang an in Verbindung gesetzt, da sie die Vermarktung für die Olympiateilnehmer aus der Region übernehmen. Von deren Seite habe ich eine offizielle Presse-Bescheinigung bekommen, die sehr oft meine Eintrittskarte in Sportzentren war. Ohne diese hätte ich in so manchen Situationen nicht filmen und interviewen dürfen. Bei der Umsetzung des Blogs wurde ich anfangs auch unterstützt, was super war, da vor so einer Reise sowieso genügend Organisatorisches ansteht. Finanziert habe ich mir die Reise komplett selbst. Durch die große Vorlaufzeit konnte ich mir auch genügend Geld zurücklegen. Dazu gehört allerdings auch etwas Selbstdisziplin.

Gar keine Bedenken, wenn sich der Berufseinstieg jetzt so lange hinauszögert?

Ich würde jetzt lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mir überhaupt keine Gedanken gemacht hätte. Ich hatte gute Möglichkeiten, nach meinem Studium bei meinem Arbeitgeber weiter zu arbeiten oder auch ein weiterführendes Studium anzutreten. Allerdings war das nicht das, was ich zu dem Zeitpunkt wollte. Ich wusste, ich hätte es in ein paar Jahren bereut, wenn ich die Reise wegen einem von wahrscheinlich sehr vielen Jobs in meinem Leben hingeschmissen hätte. Ich merke gerade, seit ich zurück in Deutschland bin, wie einfach es sein kann wieder einzusteigen und dass wir uns manchmal einfach zu viel Gedanken machen. Momentan arbeite ich für eine Sport- und Eventagentur in Heidelberg und bin total zufrieden. Zudem kann ich auf die geile Zeit in Südamerika zurückblicken und sehe so einige Dinge mit anderen Augen und etwas entspannter. Mein Plan ist dennoch, dass ich im nächsten Jahr meinen Master mache. Auch wenn mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit noch die eine oder andere Reise dazwischen kommt.

Wie geht es jetzt weiter? Kommt noch Traum 2.0?

Momentan bin ich dabei, mir einen Job für die Olympischen Spiele zu sichern. Leider war das vor Ort in Rio de Janeiro nicht so leicht, da die Arbeitslosigkeit dort aktuell sehr hoch ist. Ich bin gerade wieder in Gesprächen mit TEAM Rio und dem Olympiastützpunkt Rhein-Neckar, in dem ich damals trainiert habe, wie es weiter geht. Das ist für mich der absolute Traum: Ein Teil von Olympia zu sein. Auch wenn ich schon im Olympiapark von Rio stand, das Feeling während der Spiele ist einfach etwas Besonderes!

Marco Grund hat von 2011 bis 2014 am IBA-Studienort Heidelberg BWL mit Fachrichtung Sportmanagement studiert, sein Praxisunternehmen war der Karlsruher SC. Nebenbei hat Marco das Heidelberger IBA-Laufteam begründet, das wiederholt am Mannheimer Marathon teilgenommen hat.

www.anotherwaytorio.de

Marco Grund